KÖRPERVERLETZUNG

Die Körperverletzung ist in strafrechtlicher Hinsicht ein „weites Feld“.

Gemäß Definition gilt jeder Eingriff in die körperliche Unversehrtheit einer Person als Körperverletzung, wobei sich in der Art und Weise der Ausübung deutliche Unterschiede zeigen können. Geregelt wird der Straftatbestand der Körperverletzung in den § 223 bis § 231 des Strafgesetzbuchs (StGB).

Die Grundlagen für die Rechtssprechung liefert § 223 StGB, in dem zum einen das Strafmaß von bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe bzw. Geldstrafe, zum anderen auch die Strafbarkeit des Versuchs festgeschrieben werden.

Ein Strafverteidiger unterscheidet in der Praxis zwischen dem objektiven und dem subjektiven Tatbestand.

Ersterer liegt immer dann vor, wenn ein Vergleich zwischen Wohlbefinden und körperlicher Gesundheit vor und nach einer Tat unternommen wird und eine Verschlechterung eingetreten ist. Wichtig für das Vorliegen einer körperlichen Misshandlung oder einer Gesundheitsschädigung ist zudem, dass es sich nicht um reine Petitessen bzw. unerhebliche Vorkommen handelt.

Praktisch ist dabei jedoch nicht notwendig, dass beispielsweise Blut fließt oder ein Knochenbruch diagnostiziert wird. Eine Körperverletzung kann auch dann vorliegen, wenn jemandem die Haare abgeschnitten wurden oder auch Angsterscheinungen, Schlafstörungen und Herzklopfen in Folge einer Straftat auftreten. Juristisch unterscheidet man zwischen dem körperlichen Wohlbefinden, der körperlichen Unversehrtheit und einer Gesundheitsschädigung, die alle drei als mögliche Folgen von Körperverletzung gelten.

Eine Besonderheit liegt dann vor, wenn eine Körperverletzung in der Folge einer ärztlichen Behandlung eingetreten ist. Unterlässt ein Arzt, der guten Willens handelt, eine vorherige Aufklärung über etwaige Risiken eines Eingriffs, so ist von Körperverletzung auszugehen.

Umstritten ist letztere Regelung auch deshalb, weil im Rahmen des subjektiven Tatbestands kein Vorsatz einer körperlichen Misshandlung oder Gesundheitsschädigung vorgelegen haben kann.

Neben der einfachen Körperverletzung existieren auch noch die schwere Körperverletzung, die als Offizialdelikt von Amts wegen verfolgt wird. In § 226 StGB heißt es hierzu, dass die Folgen, die durch die Tat ausgelöst wurden, für die Einstufung entscheidend sind. Der schwerste Fall ist die Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB).

Unabhängig von der Auswirkung wird hingegen die gefährliche Körperverletzung nach § 224 StGB qualifiziert. Freiheitsstrafen reichen hier bis zu zehn Jahren, wenn die Straftat beispielsweise mit einer Waffe, mit Gift oder in Form eines hinterlistigen Überfalls begangen wurde.

Zuletzt existiert auch die fahrlässige Körperverletzung nach § 229 StGB, die ein klares Antragsdelikt ist und oftmals im Kontext von Verkehrsunfällen anzutreffen ist.

zurück